tchibo.de
helia-kinos.de mehr Werbung? kein Problem, klicken Sie hier....     
 

Deutscher Filmpreis

Das visuelle Konzept für den 1999 neu gestalteten Deutschen Filmpreis - für die Preisstatue, das Logo, die Corporate Design bis zum Kostümentwurf für die Hostessen der Nominierungsveranstaltung und der Gala - stammt von der Designerin Mechthild Schmidt, Teilhaberin des Studios HouseWorks, digital media in New York. Ein DAAD-Stipendium brachte die gebürtige Osnabrückerin, die an der Berliner Hochschule der Künste studierte, in die USA, wo sie seit mehr als 15 Jahren als Computer-Animator und Art Director in den Bereichen Werbung und Fernseh-Design arbeitet. In den letzten Jahren kamen zahlreiche interaktive Projekte hinzu. Der Schwerpunkt ihres Schaffens liegt in Konzeption und Realisation von linearer und non-linearer Videografik (Vorspänne für CBS, HBO und ZDF sowie Interactive CD ROMs u.a. für das ZDF und America Online).

Im Gegensatz zur Mehrzahl der Computergrafiker beherrscht Mechthild Schmidt noch das freihändige Malen und Modellieren – und nicht nur die Zauberei per Mausklick. "Ich suche nach einem klaren, abstrahierten Stil mit Seitenblick zur Moderne, zur Geschichte, zum Web. Wenn`s paßt, dann wird der Stil abgerundet mit einem Augenzwinkern, einer Stilblüte."

Im Falle der neuen Statue des Deutschen Filmpreises umhüllte sie eine Art-Déco-Frauenfigur mit dem Motiv des bisherigen Filmbandes. Eine Erinnerung an die frühe Blütezeit des deutschen Kinos, aber auch an die Tradition des Deutschen Filmpreises.

In Zusammenarbeit mit dem Hannoveraner Künstler Roman Johann Strobel, einem gelernten Holzschnitzer, entstanden die Modelle für die späteren Abgüsse der Statue.

In der Kunstgießerei ARA-Kunst, die u.a. Ernst Fuchs, Paul Wunderlich und Bruno Bruni zu ihren Kunden zählt, wurden die Statuen – Bronze poliert, vergoldet oder versilbert - fertiggestellt. Die Maße: 30 Zentimeter hoch, 1,5 Kilo schwer. Die Figur selbst mißt 23,5 Zentimeter und hat einen Durchmesser von sieben Zentimetern. Der schräge schwarze Sockel ist zwischen fünf und sieben Zentimetern hoch und hat einen Durchmesser von 4,3 Zentimetern.

 Historie
Seit 1951 gibt es den Deutschen Filmpreis
- die Liste der Preisträger beinhaltet (fast) alles, was das Deutsche Nachkriegskino an Stars hervorgebracht hat. Heinz Rühmann, Gustaf Gründgens, Marlene Dietrich oder Romy Schneider - verstorbene Künstler, die Filmgeschichte schrieben. Andere mit dem Filmpreis Ausgezeichnete hat es nach Amerika gezogen, wo sie in Hollywood eine große Karriere aufgebaut haben: Michael Ballhaus, Wolfgang Petersen, Armin Mueller-Stahl, Wim Wenders, Nastassja Kinski, Maximilian Schell - um nur einige zu nennen. Dann gibt es da die "alten Hasen" des Filmgeschäfts, die zum Teil seit mehr als 30 Jahren und länger dabei sind: die Regisseure und Produzenten Volker Schlöndorff, Wim Wenders, Hans W. Geissendörfer, Werner Herzog und Bernd Eichinger sowie die Schauspieler Mario Adorf, Götz George, Horst Buchholz und Hanna Schygulla. Nicht zu vergessen die Stars von heute: Moritz Bleibtreu, Joachim Król, Franka Potente, Klaus-Maria Brandauer, Heinz Hoenig und Regisseure wie Sönke Wortmann, Helmut Dietl und Tom Tykwer.

Die Fakten: Der seit 1951 verliehene Deutsche Filmpreis ist das Kernstück der Filmförderung der Bundesregierung - bis 1998 dem Innenminister, seit 1999 dem Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, zugeordnet. Die Auszeichnung wird auf Vorschlag der Kommission Deutscher Filmpreis für Spielfilme, Dokumentationen, Kinderfilme und hervorragende Einzelleistungen vergeben und hat gleichzeitig eine unterstützende Funktion: Dem Produzenten eines ausgezeichneten Filmes werden Preisgelder in erheblicher Höhe zugewendet, die für die Herstellung eines neuen Filmes zweckgebunden sind. Im Rahmen der Neu-Regelung des Deutschen Filmpreises im Februar 2000 wurde das Budget erneut aufgestockt, so dass nunmehr Gelder in Höhe von jährlich ca. 2,8 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Seit 1951 flossen mehr als 38,8 Millionen Euro an die mit Gold bzw. Silber ausgezeichneten Produktionen. Dazu kamen mehr als 17 Millionen Euro, die bereits mit der Nominierung eines Filmes verbunden waren. Gewürdigte Einzelleistungen sind erst seit 1991 mit einem Preisgeld verbunden - für sie betrug die Summe der Prämien bisher fast 1 Million Euro. Die Trophäe ist der höchstdotierte deutsche Kulturpreis.

Angefangen hat alles 1951 mit einem einzigen Spielfilm: "Das doppelte Lottchen". Der Kästner-Klassiker gewann damals in allen Kategorien, die es überhaupt gab: "Bester abendfüllender Spielfilm", "Beste Regie" (Josef von Baky) und "Bestes Drehbuch" (Erich Kästner). In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wechselten die verschiedenen Kategorien, neue kamen hinzu, andere hielten sich nur kurz. Mehr als tausend Auszeichnungen wurden seit 1951 vergeben. Klar, dass einige Produktionen und Künstler dabei Rekorde aufstellten. "Nachts, wenn der Teufel kam" räumte 1958 zehn Preise ab. Rainer Werner Fassbinder gewann insgesamt sechsmal als Regisseur bzw. Drehbuchautor, und bei den Schauspielern hat der vierfache Preisträger Götz George die Nase vorn.Als Auszeichnungen der Kategorie "Bester Film" wurden seit 1951 das Filmband in Gold bzw. zwei Filmbänder in Silber verliehen. Einzelleistungen wurden ebenfalls mit Gold gewürdigt. Seit 1999 gibt es die neu gestaltete Statue - sie zeigt eine Art-Déco-Frauenfigur, umhüllt von dem traditionellen Filmband.